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Mobilität
ist ein Stück Lebensqualität, auch im Alter. Ältere Menschen wollen
aktiv als Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger am Straßenverkehr
teilnehmen. Deshalb sind Aufklärung und Information wichtig.
Mobil zu Fuß
Die meisten schweren Verletzungen erleiden Fußgänger im Straßenverkehr durch Zusammenstöße mit Autos. Über 40.000 Menschen sind es jährlich in Deutschland. Mehr als 300 dieser Unfallopfer verlieren dabei das Leben. Typische Verletzungen beim Zusammenstoß von Fußgängern und Auto sind fast immer die Beine, dann Oberschenkel und Hüfte, je nach Wucht des Aufpralls dann Rumpf und Kopf.
Nahezu jeder zweite Fußgänger, der im Straßenverkehr stirbt, ist älter als 65 Jahre. Tatsächlich werden 74 Prozent aller Fußgängerunfälle vom Kraftfahrer verursacht. Im restlichen Viertel der Fälle fällt allerdings auf, dass Senioren vor allem auf dem Weg quer über die Fahrbahn lebensgefährliche Fehler machen. Deshalb die Empfehlung: Aus Gründen der Sicherheit auch kleine Umwege in Kauf nehmen und die Straße an sicherer Stelle überqueren, zum Beispiel Zebrastreifen, Mittelinsel, Ampel, gerader Straßenverlauf.
Tipps für sicheres Verhalten als Fußgänger:
- An Fußgängerampeln nicht beirren lassen! Auch beim Wechsel auf Rot nie auf halben Wege stehen bleiben oder umkehren.
- Im Alter lässt die Fähigkeit nach, Geschwindigkeiten und Abstände richtig einzuschätzen. Bevor Sie die Fahrbahn kreuzen, zur Sicherheit lieber zweimal hinsehen.
- Überdurchschnittlich viele Unfälle ereignen sich bei Dunkelheit. Schwache oder fehlende Straßenbeleuchtung macht Fußgänger fast unsichtbar. Tragen Sie helle oder reflektierende Kleidung oder benutzen Sei blinkende Akkuleuchten.
- Zwar haben Fußgänger Vorrang vor abbiegenden Fahrzeugen, leider wissen das aber nicht alle Kraftfahrer. Halten Sie an Einmündungen immer Blickkontakt zum abbiegenden Fahrer. Achten Sie auf Lastwagen, die manchmal mit den Hinterrädern den Gehsteig schneiden.
Mobil mit dem Rad
Sie dürfen nur aufs Rad, wenn Sie ohne Gleichgewichtsprobleme leben, wenn Sie bei Schritt-Tempo die Spur halten, wenn Sie Kurven fahren und schnell ausweichen können. Fehlt Ihnen diese Fitness, empfehlen sich Bus oder Bahn. Fahren Sie nie ohne Helm mit dem Fahrrad, denn 85% aller Kopfverletzungen bei Fahrradunfällen könnten gelindert oder vermieden werden.
Tipps für den Helmkauf:
- Der Helm muss passen ohne zu drücken und zu wackeln. Stirn, Schläfen und Hinterkopf soll der Helm abdecken.
- Der Befestigungsriemen darf weder Ohren noch Halsschlagader quetschen und sollte etwa 1,5 Zentimeter breit sein, damit er nicht in die Haut schneidet.
- Verschlüsse sollten seitlich liegen, nicht unter dem Kinn. Helme in Signalfarben und mit Reflektorstreifen erhöhen die Sicherheit.
Mobil mit dem Auto
Die Statistiker widerlegen ein über Jahre gereiftes Vorurteil. Die Unfallforschung weist nach, dass Menschen im Rentenalter sicherer fahren als die Jungen. Die über 65-jährigen stellen zwar 16% der Autofahrer in Deutschland, verursachen aber nur 8% der Unfälle mit Personenschäden. Ältere Autofahrer sind wesentlich besser als ihr Ruf!
Tipps für eine sichere Fahrt und Reise mit dem Auto
- Planen Sie vor längeren Fahrten genau die Strecke und die Fahrzeit. Zu Hauptreisezeiten sind die Anforderungen und Gefahren höher.
- Planen Sie Pausen fest ein, am besten mit einer kleinen Mahlzeit oder einem kurzen Spaziergang. Dehnübungen verhindern Muskelverkrampfungen, Bewegung fördert die Hirndurchblutung.
- Fahrten in der Nacht sind besonders anstrengend. Bei Sehschwierigkeiten verzichten Sie besser auf Blindflüge. Selbsttönende Brillengläser schaden nachts mehr als sie tags nutzen. Eine zusätzliche Übernachtung macht mehr Spaß als ein neuer Marathon-Rekord.
- Der Verkehrsfunk warnt vor Gefahren und hilft, Staus zu vermeiden.
- Fit fährt vor: Rund 20 Prozent aller Medikamente können sich schädlich auf Ihre Leistung beim Autofahren auswirken. Schlafmittel, Schmerz- und Beruhigungsmittel aber auch Weckmittel verlängern Reaktionszeiten und verändern die Wahrnehmung. In solchen Fällen und wenn Sie sich unwohl fühlen, verschieben Sie die Fahrt oder bitten Sie jemanden, Sie zu fahren. Befragen Sie unbedingt Ihren Arzt über alle Medikamente die Sie einnehmen müssen. Wechselwirkungen können ein Unfallrisiko heraufbeschwören.
Wie Sie Ihr Auto beherrschen lernen – Sicherheit in Ihrer Nähe:
Was tun, wenn plötzlich ein Hindernis vor meinem Fahrzeug auf der Fahrbahn auftaucht? Was, wenn mein Auto in einer Kurve ausbricht?
Zwei von vielen Fragen, die im kritischen Augenblick binnen Sekunden die richtige Antwort verlangen. Vermittelt werden sie beim „Sicherheitstraining der Verkehrswacht“ an der mehr als 30.000 Autofahrerinnen und Autofahrer jährlich teilnehmen. Begleitet von erfahrenen Trainern üben Sie im geschützten Raum, Stärken am Steuer richtig einzuschätzen und Schwächen auszugleichen: in Gefahr die richtige Bremstechnik anwenden, Risiken rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Fahrsicherheitstraining ist weder Fahrschule noch Schleuderkurs!
Links:
Deutsche Verkehrswacht
ADAC
Verkehrssicherheitsberater
Drei Gründe, sich langsam vom eigenen Auto zu verabschieden:
- Aha Erlebnisse
Immer häufiger werden Sie auf der Autobahn von Wagen überholt, die Sie im Außen- und Rückspiegel vorher nicht bemerkt haben.
- Herzschmerzerlebnisse
Immer häufiger haben Sie in besonders unübersichtlichen und hektischen Situationen Herzflattern oder Beklemmungen.
- Überraschungserlebnisse
Immer häufiger stellen Sie fest, dass Sie Schilder nicht rechtzeitig lesen und zu spät abbiegen.
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